Im Rahmen des NoeSLIDE Projektes wurden zu Beginn sechs Standorte in die Untersuchungen eingebunden (siehe Abbildung 4). Einige davon werden in unregelmäßigen Abständen ohne automatische Messanlagen, einige davon sehr intensiv mit eigener Strom- und Breitband-Internetanbindung untersucht. Aktuell werden noch 2 der 6 Standorte intensiv überwacht, die anderen sind abgeschlossen. Die sechs Standorte, die sich über die Bezirke Waidhofen/Ybbs, Amstetten und Scheibbs verteilen, sind:

  • Salcher Rutschung (laufend)
    Einder der Hauptuntersuchungsstandort im Rahmen des NoeSLIDE Projektes in die Salcher Rutschung in Gresten (Bezirk Scheibbs). Diesem Standort ist eine eigene Seite mit ausführlichen Details gewidmet; siehe Salcher Landslide Observatory.

  • Hofermühle Rutschung/ Erdstrom (laufend)
    Der zweite Hauptuntersuchungsstandort ist die Hofermühl- Rutschung in Konradsheim (Bezirk Waidhofen an der Ybbs). Auch diesem Standort ist eine eigene Seite gewidmet, siehe Hofermühle.

  • Eckerwirt Erdstrom (abgeschlossen)
    Der Standort Eckerwirt liegt nur einige hundert Meter westlich des Standortes Hofermühle in Konradsheim und ist diesem sehr ähnlich, jedoch in der Dimension um einiges größer. Auf Grund seiner Aktivität (Erdstrom) wurde er bereits umfangreich von der Landesgeologie Niederösterreich, der WLV sowie der GBA untersucht. Um etwaige Oberflächenveränderungen festzustellen, wurde dieser Bereich im Zuge der TLS Messungen an der Hofermühle mit aufgenommen.

  • Amtmann Felssturz/ Kippung (abgeschlossen)
    Der Amtmann ist ein etwa 30m hohes, freistehendes Felsgebilde im Ybbstal und nur wenige Meter von der vielbefahrenen Ofenlochstraße (B31) entfernt. Als Naturdenkmal ist eine Sprengung des Feldgebildes ausgeschlossen; er wird daher in regelmäßigen Abständen vom Straßenbauamt Amstetten kontrolliert. Um mögliche Bewegungen des Felsturms (Kippungs-tendenzen, Vibrationen) zu untersuchen, wurde ein kabelloses Sensorknoten-Netzwerk am Fels installiert. Die Auswertung multi-temporaler TLS Daten wurde u.a. zur Untersuchung möglicher Sturzprozesse (Steinschlag) sowie Kluftbildung herangezogen. 

  • Ofenloch Felssturz/ Steinschlag (abgeschlossen)
    Die Ofenlochstraße (B31) zwischen Waidhofen/Ybbs und Opponitz ist stark durch Steinschlag und Felsstürze gefährdet. Zahlreiche technische Schutzvorkehrungen wurden daher bereits entlang dieser Straße installiert und werden vom Straßenbauamt Amstetten kontrolliert und gewartet. Um flächenhafte Veränderungen an entsprechend gefährdeten Felswänden feststellen zu können, wurde im Rahmen des NoeSLIDE Projekts eine Felswand am rechten Ybbsufer in regelmäßigen Abständen mittels TLS erfasst.

  • Brandstatt Rutschung (--)
    Die Brandstatt Rutschung ist eine weiträumige und tiefgründige Rutschung, die mit kleineren und oberflächlicheren Prozessen gekoppelt ist. Die Bewegungsraten sind gering, haben jedoch eine hohe Schadenswirkung. Das Gebiet wurde daher u.a. im Auftrag der Landegeologie Niederösterreich von der GBA untersucht. Um oberflächliche Änderungen zu untersuchen, wurde das Gebiet im Rahmen des NoeSLIDE Projektes mittels TLS aufgenommen.

 

Abbildung 4: Verortung der NoeSLIDE Untersuchungsstandorte in Niederösterreich (DEM (10 m): BMDW 2017 (www.data.gv.at), Geologische Karte 1:500 000 nach Weber (1997), DEM (1 m) 2009: Zur Verfügung gestellt vom Land Niederösterreich). Graphik: Stumvoll M.J. 2020.

 

Tabelle 1: Überblick der, im NoeSLIDE Projekt untersuchten Standorte sowie der jeweils angewandten Methodik zur Erkundung der Oberfläche und des Untergrundes. Für mehr Details zu den Standorten Hofermühle in Konradsheim und Salcher Rutschung in Gresten wird auf die entsprechenden Reiter verwiesen.Tabelle: Stumvoll 2019.

 

Literatur:

  • Cruden, D. M. & D. J. Varnes. 1996. Landslide types and processes. In Landslides: investigation and mitigation, eds. A. K. Turner & R. L. Schuster, 36-75. Washington, D.C.: National Academey Press.
  • Weber, L. 1997. Flächendeckende Beschreibung der Geologie von Österreich 1:500.000 im Vektorformat. Exzerpt (Basiskarte Geologie) aus der Metallogenetischen Karte von Österreich 1:500.000. Wien, Österreich: Geologische Bundesanstalt.