Die Salcher Rutschung in Gresten (Bezirk Scheibbs; Abb. 4) liegt in einer geologisch komplexen Zone im unmittelbaren Übergangsbereich der Flyschzone, Grestner Klippenzone und der Nördlichen Kalkalpen. Sowohl die Flyschzone als auch die Klippenzone weisen die höchste Rutschungsdichte in Niederösterreich auf (Petschko et al., 2014).

Abbildung 4: Lage der Salcher Rutschung in der Gemeinde Gresten.

Die Rutschung selbst weist eine Größe von ca. 4.000 m² auf, wobei der Hang zwischen den 1950er und 1970er Jahren als Skipiste diente (Abb. 5, links). 1975 wurde erstmal eine Rutschungsaktivität infolge der schweren Niederschläge zwischen dem 29. Juni und 3. Juli gemeldet. Eine Reaktivierung der Rutschung erfolge durch die Starkniederschläge vom 31. Mai 1978. Eine länger anhaltende Periode intensiven Niederschlags zwischen dem 1. und 7. August 2006 führte erneut zu einer verstärkten Rutschungstätigkeit. Dies führte dazu, dass das Land NÖ und die Geologische Bundesanstalt erste Detailuntersuchungen vornahmen. Unregelmäßiges Bewegungsmonitoring wurde 2012 jedoch wieder eingestellt, nachdem seit 2009 die jährliche Bewegungsrate nur noch in der Größenordnung einiger Zentimeter lag. Nach einer weiteren Reaktivierung im Jahr 2013 wurde der Entschluss gefasst, die Salcher Rutschung als Hauptuntersuchungsgebiet für das NoeSLIDE Projekt heranzuziehen und über Jahre hinweg intensiv zu untersuchen (Abb. Abb 5, rechts). Dabei wurde für den Standort eine eigene Strom- und Breitband-Internetanbindung errichtet, um sämtliche automatisch erhobene Daten in Echtzeit an einen Datenserver nach Wien zu senden.

 

Abbildung 5: Am Salcher, ca. 1950er Jahre (links; Foto: Marcel Mollik); Salcher Rutschung 2014 & 2007 (rechts).

Auf den folgenden Unterseiten erfolgt eine Darstellung der in Gresten installierten Monitoringinstrumente und ihre Spezifikationen. Eine Kartenübersicht aller installierten Geräte befindet sich unterhalb (Abb. 6). Dabei wird unterschieden zwischen Methoden die im Untergrund messen, sowie jene an der Oberfläche:

Abbildung 6: Übersicht der auf der Salcher Rutschung durchgeführten Arbeiten bzw. Instrumentierungen.

Literatur:

Petschko, H. et al., 2014. Assessing the quality of landslide susceptibility maps – case study Lower Austria. Natural Hazards and Earth System Science, 14(1), pp.95–118.