• Inklinometer
    Mit einem Inklinometer werden Verformungen quer zum Bohrloch gemessen. Dies geschieht durch die Messung der Veränderung der Neigung und Verschiebung quer zur Bohrlochachse über Zeit (Genske, 2006). Durch die Umrechnung der Winkeländerung von einer Bezugsmessung (Nullmessung) weg in eine Distanz, können im Rutschungsuntergrund horizontale Versätze in verschiedenen Tiefen gemessen werden.
  • Piezometer
    Die Tiefe zum Grundwasserspiegel wird mit Piezometern gemessen. Piezometer geben Punktinformationen zur Tiefe des Grundwasserspiegels, die über die hydrostatische Druckhöhe bestimmt wird.
  • TDR Sonden
    TDR Sonden (vom engl. time domain reflectometry; zu Deutsch: Zeitbereichsreflektometrie) bieten eine Möglichkeit, Feuchtegehalte im Untergrund entlang eines Sensors zu bestimmen. Dies erfolgt durch Laufzeitmessung eines elektrischen Signals. Dies geschieht vollautomatisch in einem fixen Zeitintervall und ermöglicht so die punktuelle Überwachung der Feuchteverhältnisse im Untergrund.
  • Wetterstation
    Die Wetterstation dient dazu, in regelmäßigen Intervallen Messwerte über die gegenwärtige Witterung aufzuzeichnen. Dazu werden Temperatur, Regenmenge, Luftdruck und Strahlung gemessen. Vor allem die Aufzeichnung der Regenmenge ist einer der wichtigsten Kennwerte für die Beobachtung gravitativer Massenbewegungen, da sie in Niederösterreich der Hauptauslöser für Rutschungen und Muren ist.
  • GNSS
    Eine regelmäßige terrestrische Vermessung von Punkten und Fluchtlinien (z.B. Anrisskanten) gibt Aufschluss über die Art und die Dynamik der Hangbewegung (Genske, 2006). Dabei ermöglichen speziell GNSS-Systeme schnelle und kostengünstige Aufnahmen. Globale Navigationssatellitensysteme ermöglichen die exakte Positionsbestimmung auf der Erde und ermöglichen so durch regelmäßige Messungen die Oberflächenveränderungen über Zeit zu detektieren. GNSS ist dabei ein Sammelbegriff für die Verwendung bestehender (und künftiger) globaler Satellitensysteme zur Positionsbestimmung (z.B. GPS, GLONASS, Galileo).
  • Tachymeter
    Tachymeter sind geodätische Messinstrumente zur präzisen elektronischen Entfernungsmessung. Dabei wird die Laufzeit eines ausgesandten und im Zielpunkt reflektierten Lichtstrahls gemessen. Ist von einem Messpunkt die exakte geographische Position bekannt, ist die Lagebestimmung mittels Tachymeter gegenüber den GNSS Messungen um ein vielfaches höher. Ähnlich wie bei GNSS-Systemen sind so über Zeit Oberflächenveränderungen detektierbar, wenn stets dieselben Punkte eingemessen werden.
  • UAV (Unmanned Aerial Vehicle) – Unbemanntes Luftfahrzeug
  • Terrestrisches Laserscanning
    Laserscanning ist eine Technik für die präzise Entfernungsmessung. Dabei wird ein Laserstrahl emittiert, der mit einer sehr hohen Punktdichte die Geländeoberfläche flächenhaft abtastet. Daraus resultiert eine „Punktwolke“, die für jeden einzelnen reflektierten Punkt die genauen Lagekoordinaten aufweist. Diese Punktwolke ist so dicht, dass damit hochgenau Abbilder der Geländeoberfläche generiert werden können (so genannte Digitale Geländemodelle). Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie im Gegensatz zu nur punktuellen Oberflächenmessungen, wie Tachymetrie und GNSS, flächenhaft Informationen über die Rutschungsoberfläche liefert und dabei sogar Vegetation durchdringen kann (Höfle & Rutzinger, 2011).
  • Geoelektrik
    Die Geoelektrik (engl. Electrical resistivity tomography) ist ein geophysikalisches Messverfahren. Dabei wird den Elektroden, die entlang eines Profils an der Bodenoberfläche ausgebracht werden, Strom zugeführt. Der Stromkreis wird durch den mehr oder weniger gut leitenden Untergrund geschlossen, wobei sich ein Potentialfeld ausbildet. Damit kann, in Abhängigkeit der Elektrodenanordnung und der Form der Erdoberfläche, die Verteilung des spezifischen elektrischen Widerstandes im Untergrund bestimmt werden. Über dauerhafte Installationen lassen sich somit von der Rutschungsoberfläche aus Aussagen darüber treffen, wo und wie schnell Niederschlagswasser in den Untergrund eindringt.
  • Sensornetzwerk
    Die kabellosen und dadurch flexibel anzubringenden Boxen beinhalten einen Beschleunigungssensor. Die Beschleunigung wird über die Bestimmung der einwirkenden Trägheitskraft bestimmt. Über die in sehr hoher zeitlicher Auflösung gemessene Beschleunigung kann auf Änderungen der Oberflächeninklination geschlossen werden, wobei sehr kurzfristig auftretende Veränderungen zeitnah detektiert werden können (Fernandez-Steeger et al., 2014).

Literatur

Fernandez-Steeger, T.M. et al., 2015. Wireless Sensor Networks and Sensor Fusion for Early Warning in Engineering Geology. In G. Lollino et al., eds. Engineering Geology for Society and Territory - Volume 2. Cham: Springer International Publishing, pp. 1421–1424.

Genske, D.D., 2006. Ingenieurgeologie: Grundlagen und Anwendung, Berlin: Springer.

Höfle, B. & Rutzinger, M., 2011. Topographic airborne LiDAR in geomorphology: A technological perspective. Zeitschrift für Geomorphologie, Supplementary Issues, 55(2), pp.1–29.